Verkehr Madrid

So bewegt man sich in Madrid

Madrid ist eine Stadt, in der öffentlicher Verkehr tatsächlich funktioniert. Das Netz aus Metro, Bussen, Vorortbahnen und Radwegen ist dicht, meist pünktlich und im Vergleich zu deutschen Städten günstig. Wer das System einmal durchschaut hat, kommt schnell überall hin – ohne Auto, ohne Stress, ohne Parkplatzsuche. Auto fahren in der Innenstadt ist dagegen eine eigene Disziplin und für Besucher fast nie empfehlenswert.

Die Metro – Rückgrat des Nahverkehrs

Die Madrider Metro zählt mit über 300 Kilometern Streckennetz zu den größten in Europa. 12 Linien plus einige Kurzbahnen decken fast das gesamte Stadtgebiet ab. Die Züge fahren werktags zwischen 6:00 Uhr und 1:30 Uhr nachts, am Wochenende ähnliche Zeiten. In Stoßzeiten alle drei bis vier Minuten, nachts seltener.
Tickets gibt es an Automaten in jeder Station. Eine Einzelfahrt kostet je nach Entfernung 1,50 bis 2 Euro. Wer länger bleibt oder oft fährt, lohnt sich eine Tarjeta Multi (wiederaufladbar, 2,50 Euro Grundgebühr) mit Zehnerkarten zum ermäßigten Preis. Touristen greifen oft zur Abono Turístico, gültig für 1, 2, 3, 5 oder 7 Tage mit unbegrenzten Fahrten im Stadtgebiet.

Busse und Nachtlinien

Das Busnetz ist umfangreicher als die Metro und erreicht auch Orte, die die Metro nicht bedient. Busse sind meist sauber, oft klimatisiert und werden mit denselben Tickets wie die Metro genutzt. Nachts übernehmen die Búhos (Eulen), Nachtbusse, die von der Plaza de Cibeles aus in alle Richtungen fahren. Nützlich, wenn die Metro geschlossen hat und ein Taxi zu teuer wäre.
Cercanías – Vorortzüge
Die Cercanías von Renfe sind Vorortzüge, die Madrid mit der Umgebung verbinden. Für Besucher besonders relevant: Die C1 fährt zum Flughafen, die C3 und C4 zu Ausflugszielen wie Aranjuez oder El Escorial. Die Fahrt von Atocha zum Flughafen ist mit 2,60 Euro die günstigste Verbindung – allerdings mit längerer Fahrtzeit als die Metro.
Die Hauptbahnhöfe sind Atocha (Züge Richtung Süden und Schnellbahn AVE nach Barcelona, Sevilla und Málaga) und Chamartín im Norden (für Züge Richtung Norden und internationale Verbindungen).
Taxi und Ride-Sharing
Madrider Taxis sind weiß mit rotem Diagonalstreifen auf der Tür. Sie lassen sich einfach per Handzeichen anhalten oder über Apps wie Free Now bestellen. Tarife sind reguliert und fair. Für den Flughafen gilt ein Pauschalpreis von 30 Euro aus dem Zentrum. Taxifahrer sprechen meist kein Englisch, zeigen Sie die Adresse am besten schriftlich.
Uber und Cabify sind ebenfalls aktiv und oft günstiger als Taxis, besonders zu Stoßzeiten. Die Fahrer sind meist zuverlässig und freundlich. Beachten Sie, dass Taxistreiks gelegentlich vorkommen und die Verfügbarkeit einschränken können.

Fahrrad und E-Scooter

Madrid hat sein Radwegenetz in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Das städtische Leihradsystem BiciMAD bietet E-Bikes an hunderten Stationen – per App buchbar. Das System ist für spontane Fahrten gut, für längere Touren weniger.
E-Scooter sind in Madrid reguliert und dürfen auf Radwegen und Straßen bis 30 km/h gefahren werden. Anbieter wie Lime oder Dott sind aktiv. Gehwege sind tabu. Bei Regen oder bei Temperaturen über 35 Grad sind Alternativen die bessere Wahl.

Auto fahren in Madrid

Innerhalb der M-30 gilt Madrid Central, eine Umweltzone mit strengen Zugangsregeln. Fahrzeuge ohne entsprechende Umweltplakette dürfen nicht einfahren, auch Mietwagen nicht. Wer mit dem Auto anreist, parkt am besten außerhalb der Zone und fährt mit der Metro weiter.

Parkplätze in der Innenstadt sind teuer und knapp. Das blaue Parkschild zeigt Parkzonen, das grüne reservierte Zonen für Anwohner. Parkhäuser kosten zwischen 20 und 40 Euro pro Tag. Wer Tagesausflüge in die Umgebung plant, mietet sich das Auto für den entsprechenden Tag und gibt es direkt wieder ab – das ist meist günstiger, als es mehrere Tage stehen zu lassen.

Barrierefreiheit

Die Metro ist teilweise barrierefrei, aber nicht alle Stationen haben Aufzüge. Informationen dazu gibt es auf der Website von Metro Madrid. Moderne Busse sind durchgehend niederflur. Historische Viertel mit Kopfsteinpflaster bleiben eine Herausforderung für Rollstühle und Menschen mit Gehschwierigkeiten.