Gesundheit Madrid

Medizinische Versorgung in Madrid – ein Überblick

Spanien hat ein gutes öffentliches Gesundheitssystem. Die Qualität der Versorgung ist hoch, die Ärzte sind gut ausgebildet, und in Notfällen wird niemand abgewiesen. Trotzdem unterscheidet sich das spanische System in vielen Details vom deutschen, und als Besucher oder Neuankömmling sollte man die Grundlagen kennen.

Das öffentliche System SERMAS

Die staatliche Gesundheitsversorgung in Madrid läuft über den Servicio Madrileño de Salud (SERMAS). Wer in Spanien sozialversichert ist – durch Arbeit, Studium oder als registrierter Einwohner –, erhält eine Gesundheitskarte, die Tarjeta Sanitaria Individual. Damit sind Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und die meisten Behandlungen kostenlos oder sehr günstig.
Als Hausarzt fungiert der Médico de Familia im zuständigen Centro de Salud (Gesundheitszentrum) im Wohnbezirk. Für Fachärzte brauchen Sie in der Regel eine Überweisung. Wartezeiten können länger sein als in Deutschland, besonders für nicht dringende Facharzttermine. Die Qualität der Behandlung ist in der Regel gut.

Für EU-Bürger als Besucher

Deutsche Staatsbürger, die als Touristen in Madrid sind, werden mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) behandelt. Diese Karte, auf der Rückseite Ihrer gesetzlichen deutschen Krankenkassenkarte, deckt notwendige medizinische Behandlungen im öffentlichen System ab. Nicht abgedeckt sind Rücktransport oder private Behandlungen.

Eine zusätzliche Reisekrankenversicherung ist daher sinnvoll, besonders wenn Sie längere Zeit bleiben oder private Krankenhäuser nutzen wollen. Der private Sektor ist in Spanien gut ausgebaut und oft schneller als das öffentliche System.
Private Gesundheitsversorgung
Viele Madrilenen haben zusätzlich zu ihrer öffentlichen Absicherung eine private Krankenversicherung. Anbieter wie Sanitas, Adeslas, DKV oder Asisa bieten monatliche Tarife ab etwa 50 Euro, abhängig vom Alter. Damit haben Sie Zugang zu privaten Kliniken wie dem Hospital La Luz, Hospital Ruber Internacional oder der Clínica Universidad de Navarra. Wartezeiten sind kürzer, die Räumlichkeiten oft moderner.
Wer aus Deutschland kommt und länger in Madrid bleibt – zum Studium, zum Arbeiten – sollte sich früh mit der Frage Krankenversicherung auseinandersetzen. Die deutsche Krankenkasse deckt einen dauerhaften Auslandsaufenthalt nicht ab. Viele entscheiden sich, zusätzlich zur spanischen öffentlichen Versorgung eine kleine Privatversicherung abzuschließen.
Deutschsprachige Ärzte in Madrid
Es gibt in Madrid eine Reihe von Ärzten, die Deutsch sprechen – einige davon stammen selbst aus Deutschland, andere haben dort studiert oder gearbeitet. Die deutsche Botschaft führt eine Liste deutschsprachiger Mediziner und Therapeuten, die regelmäßig aktualisiert wird. Auch die Deutsche Schule Madrid und die evangelischen und katholischen Gemeinden können oft Kontakte vermitteln.
Wer lieber auf Englisch behandelt werden möchte, findet im privaten Sektor viele Ärzte mit entsprechenden Sprachkenntnissen. Im öffentlichen System ist Englisch keine Selbstverständlichkeit, kommt aber vor.

Apotheken

Apotheken, Farmacias, sind in Madrid überall. Erkennbar am grünen Kreuz, das meistens nachts blinkt. Das Personal ist gut ausgebildet und kann bei kleinen Beschwerden beraten – oft muss man gar nicht zum Arzt. Bestimmte Medikamente sind in Spanien rezeptfrei, die in Deutschland nur mit Rezept erhältlich sind, und umgekehrt. Antibiotika sind in beiden Ländern verschreibungspflichtig.
In jedem Stadtteil gibt es mindestens eine Farmacia de Guardia, die 24 Stunden geöffnet ist. Die Adresse steht an jeder Apothekentür.

Notfälle

Die europaweite Notrufnummer 112 funktioniert auch in Madrid. Für medizinische Notfälle wählen Sie entweder 112 oder direkt 061. Die Krankenhäuser mit großer Notaufnahme (Urgencias) sind unter anderem das Hospital Universitario La Paz im Norden, das Hospital Clínico San Carlos im Zentrum-West und das Hospital Gregorio Marañón östlich des Retiro. Alle sind 24 Stunden geöffnet und behandeln jeden – unabhängig von Versicherungsstatus.