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Reportage: “Der Zauber der Stadt - Fragmente aus meinen ersten Monaten in Madrid”


Letztes Wochenende war ich das erste Mal richtig in Madrid. Dieses Stadt gefällt mir – die Bauwerke: Kunstwerke. Die vielen Eindrücke können einen regelrecht in einen Rausch versetzten. Am Freitag bin ich nur durch die Straßen gezogen und habe mir die Bauwerke, die vielen Menschen, und die unendlichen Cafés angeschaut – irgendwann war ich total müde – ich war sehr viel gelaufen und der massige Input hat mich bald erschlagen. Todmüde und zufrieden bin ich zurück nach Hause in mein Bett.

Dann morgens schaute ich mir den Palacio Real und die zugehörige Kathedrale an. Sie gefällt mir sehr gut, da sie, meiner Meinung nach sehr untypisch für eine kath. Kirche ist. Mit einer sehr farbenfrohe, fröhlichen Deckenbemalung und Kirchenfenster.

Nightlife

Die Cafés, Bars und Restaurants – ja, es ist ein Eldorado für mich. Andererseits fällt es einem bald schwer, sich zu entscheiden in welches man nun gehen soll.

Der spanische Tagesablauf gefällt mir; er entspricht sehr meiner inneren Uhr. Es ist wunderbar. Am frühen Abend füllen sich hier die Strassen mit Leuten die Tapas essen , spazieren, Leute treffen, jeglichen Alters. Das gefällt mir hier – die gehen raus, treffen sich. Ich lerne oft in der Stadt an der Bushaltestelle und den unzähligen Bars und Cafes neue Leute kennen. Oder im Park unter der Sonne Spaniens.

Und ich liebe diese Sprache. Ich hätte kaum gedacht, dass mir eine Sprache so Spaß macht. Ich liebe die Melodie in dieser Sprache, den Rhythmus und das Leben darin. Die Vitalität ist es auch, die mich in Madrid begeistert – diese grosse Freiheit, die Lust am Leben, das Unmittelbare. Die vielen Leute, die in der Stadt sind, um Leute zu treffen. Die Bauten, diese gigantischen Bauten – die Kultur dahinter – die Freude am Schönen, der Sinn für Ästhetik, die Musik in den Strassen, der chaotische Verkehr, die stolzen Madrilenen, die hübschen Spanierinnen, die Sonne die hier einfach wesentlich häufiger scheint, die Sierra mit ihren faszinierenden Bergen die alle kubistische Formen haben – die Weite um Madrid herum. Diese enorme Vielfalt in diesem Land... Dass hier noch  morgens um drei Uhr so viele Menschen unterwegs sind, ja sogar 70jährige noch in einem Cafe um diese Uhrzeit anzutreffen sind... - ich kann mich nicht erinnern, je eine Stadt so geliebt zu haben wie Madrid. Es wird mir nicht leicht fallen hier weg zu gehen.

Meine erste Party

Ja letzte Nacht: increiblemente! Ich hatte mich so auf Samstag Nacht gefreut: nach 3 Wochen ohne Madrid hatte ich schon Entzugserscheinungen und konnte es kaum erwarten, diesen heiligen Boden zu betreten. Ich verabredete mich mit einer Freundin und die war eingeladen zu einer Wohnungseinweihungsparty und so war ich automatisch auch eingeladen – wir kannten den Mieter beide nicht, ein netter Spanier. Ja – und die Wohnung: unglaublich. Im Torre de España, Madrids höchstem Haus, mitten im Herz von Madrid, am Plaza de España, unweit vom Palacio, im 17. Stock mit einem unglaublichen Blick und schönen Zimmern. Und so habe ich eine luftige Nacht erlebt, neue Menschen kennen lernen dürfen und mich wieder von Madrid verzaubern lassen. Mein Wunsch dort zu Wohnen, im Centro, wird immer grösser

Madrid ist einfach fantastisch. Da ist Barcelona, was Nachtleben angeht, geradezu langweilig. Noch morgens um drei, ist fast genau soviel Verkehr wie tagsüber. Man muss dass erlebt haben. Ich fahre mittlerweile immer mit dem Auto in die Stadt – obwohl es mir anfangs nie empfohlen wurde. Doch der Verkehr entspricht sehr meinem Fahrstil und schlussendlich kommt man doch schneller voran als es von aussen scheint.

Der verrückte Straßenverkehr

Neulich habe ich noch eine lustige Begegnung gemacht: ich stand an einer Ampel in der Nähe von dem Gebiet La Latina. Hinter mir und neben mir war eine Autoschlange, doch ich beobachtete wie es einem Taxi gelang sich neben mich zu stellen. Der Taxifaher forderte mich auf mein Fenster runterzukurbeln und ich fragte mich, was ich wohl falsch gemacht hätte, hier im Verkehr. Doch der Mann war fröhlich, rief mir zu, ich sei der erste Deutsche, den er hier sehe (mein Auto hat noch ein dt. Kennzeichen), das sei ja verrückt! Er habe fünf Jahre in Deutschland gelebt. Was ich hier mache, wollte er wissen – und so plauderten wir bis es grün wurde...


von Martin Werner (insideMadrid-Leser 2003)
(abgedruckt mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Die besten Geschichten schreibt das Leben...

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